Was wäre Apple ohne Steve Jobs?

Die diesjährige Keynote ist hervorragend geeignet, um einige der Konzepte aus Nick Morgans Buch Give Your Speech, Change the World, noch einmal aufzugreifen. Von Interesse ist für uns dabei vor allem der erste Teil der diesjährigen Keynote, der dieses Jahr nämlich nicht von Steve Jobs, sondern von Scott Forstall, verantwortlich für die iPhone-Software, gehalten wurde. Welch Unterschied stellte dieser Auftritt zu den charismatischen Auftritten Steve Jobs’ dar. Ein direkter Vergleich offenbart einige der grundlegenden Regeln für publikumsorientierte Präsentationen.





Jobs lächelt viel! Vergleichen Sie das mal mit Forstall. Er hat die meiste Zeit eine fast schon düstere Miene. Auf der anderen Seite wieder Steve Jobs, der sich seinem Publikum öffnet, ausschweifende und einladende Gestik verwendet. Er verleiht seinen Worten mit seiner ganzen Körpersprache die richtige Bedeutung und verlässt sich eben nicht nur auf die Kraft seiner Worte oder seiner Folien.

Scott Forstall dagegen verwendet eine
eher verschlossene Gestik. Die Hände sind eng beisammen, sie machen
oft wegwerfende oder beschwichtigende Bewegungen. Seine Mimik ist
die meiste Zeit ernst. Vor allem aber blickt er das Publikum nicht
wirklich an; oft starrt er einfach irgendwohin, zu oft auch auf den
Boden. So baut man keinen Kontakt zu seinen Zuhörer auf.

Was können wir jetzt daraus lernen? Ich
will drei Dinge herausgreifen:
1. Üben Sie! Wirklich: üben Sie! Üben Sie solange, bis alle
Übergänge perfekt sitzen. Verlassen Sie sich nicht auf gute Folien.
Ein guter Vortrag wird erst durch einen gelungenen Auftritt
perfekt. Nehmen Sie sich auf Video auf und fragen Sie andere, wie
Sie während des Vortrags wirken.
2. Versuchen Sie nicht zu sehr, jemand anderes zu sein. Forestall
ist nicht Jobs, auch wenn man den Einruck nicht los wird, er wäre
gerne wie er. Auch Sie sind nicht Steve Jobs. Müssen Sie aber auch
nicht. Sie sind Sie! Seien Sie vor allem authentisch und
unverkrampft. Und haben Sie Spaß dabei!
3. Sprechen Sie nicht nur vor Ihrem Publikum, sprechen Sie zu ihm,
am besten mit ihm. Öffnen Sie sich Ihrem Publikum und lassen Sie es
spüren, dass es Ihnen am Herzen liegt. Dazu möchte ich Ihnen
nochmal Nick Morgans Buch
ans Herz legen:
Links zu dem Thema:The essence of audience-centered speaking is to take the focus off yourself, the speaker, and put it on the audience.
Video der WWDC-Keynote 2008
Buchempfehlung: Nick Morgan - Give Your Speech, Change The World
Das Fortune-Magazin über mögliche Nachfolger von Steve Jobs






