02.10.2008 16:08 Abgelegt in:
Präsentation
Der Mann ist lässig: „Ich habe gestern abend 30 Minuten Pac-Man
gespielt, als ich mich eigentlich auf die Präsentation hätte
vorbereiten sollen“. Vielleicht aber hätte Cole Brodman,
Chef-Entwickler von T-Mobile USA, sich doch noch einmal mit der
Präsentation des Google-Handys G1 beschäftigen sollen, die er
zusammen mit je einem Vertreter der Deutschen Telekom, Google und
HTC absolvierte. Was die vier nämlich ablieferten, war an
Langeweile kaum noch zu überbieten (
Video).
Am wichtigsten war allen vier Rednern nicht das neue Produkt,
sondern die Selbstbeweihräucherung mit vielfachem Lob der tollen
Zusammenarbeit. Fast eine Viertelstunde dauerte es denn auch, bis
überhaupt einmal etwas konkretes über das G1-Handy gesagt wurde,
dann aber nicht durch die Protagonisten, sondern in Form eines
eingespielten Videos – trotzdem Grund genug, sich erst einmal
ausgiebig mit vor Stolz geschwellter Brust fotografieren zu
lassen.
Die Antwort auf die Frage, was das Google-Handy eigentlich
begehrenswert macht, blieben die vier übrigens auch schuldig.
Lediglich Allgemeinplätze gab es in Mengen; mein Favorit: „Wir
bringen das Internet und das Mobiltelefon zusammen“, was bald zwei
Jahre nach der Vorstellung des iPhones einer gewissen Komik nicht
entbehrt.
Sehr sehenswert ist übrigens, wie gründlich die Frage-Antwort-Runde
in die Hose ging. Na klar, alle Beteiligten beantworten die Fragen
souverän. Allerdings sind es Antworten auf die unangenehmen Fragen
nach allem, was vielleicht (noch) nicht so toll ist und was dem
Google-Handy fehlt. Vielleicht hätten die vier einmal einen Blick
in Nick Morgans hervorragendes Buch
Give Your Speech, Change the World werfen sollen. Darin
vertritt Morgan nämlich die These, dass Frage-Antwort-Runden bei
einer Präsentation überhaupt nichts verloren haben (eben weil man
dadurch das Ruder aus der Hand gibt).
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Zitrone
des Monats August 2008
Zitrone des
Monats Juli 2008
Zitrone des Monats Juni
2008
Tags: Zitrone des Monats, schlechtes Beispiel, langweilig, Video
04.08.2008 10:05 Abgelegt in:
Struktur
Stellvertretend für Tausende von Präsentationen, in denen
Unternehmen Ihre Zuhörer mit belanglosen Details über sich selbst
langweilen, geht die Zitrone des Monats im August an
Vodafone. Besonders irritierend an
dieser
Präsentation finde ich Folie 3 (siehe Ausschnitt unten), die die
Meilensteine der Firmengeschichte aufzählt.
Nicht nur, dass diese Unmenge an Details über das Unternehmen
völlig überflüssig ist; Vodafone selbst ist offenbar so stolz
darauf, dass sie gleich einmal einen Siegerpokal daneben gesetzt
haben. Auf der vorigen Folie 2 wurde bereits mit der Markenvielfalt
von Vodafone geprahlt (s.u.). Ob bewusst oder unbewusst zeugt diese
Art der Unternehmensdarstellung von einer völlig falschen
Perspektive. Hier nimmt sich jemand selbst zu wichtig.
Der Punkt ist aber: bei einem guten Vortrag geht es gar nicht um
den Vortragenden, sondern um die Zuhörer. Und wenn die
Unternehmensgeschichte für die Zuhörer nicht relevant ist, dann
gehört sie auch nicht in die Präsentation; egal ob das jeder so
macht oder ob gar ihr Chef das so macht; auch egal ob es diese
Folien fertig im standardmäßigen Unternehmensporträt gibt (Wieso
machen eigentlich heute so viele Unternehmen Ihr Porträt in
PowerPoint und nicht als ordentliche Broschüre?).
Wenn Sie etwas wichtiges zu sagen haben, dann verwenden Sie die
wertvolle Zeit von Ihnen und Ihren Zuhörern lieber darauf, Ihre
Ideen überzeugend zu präsentieren und verschwenden Sie sie nicht
durch langweilige Unternehmensporträts.
Links zu dem Thema:
Zitrone des
Monats Juli 2008
Zitrone des Monats Juni
2008
Zitrone des Monats Mai
2008
Tags: Zitrone des Monats, Unternehmensporträt, Vodafone, langweilig, Zielgruppe
04.03.2008 15:49 Abgelegt in:
Design