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Abstimmen: slideshare-Wettbewerb
Über diesen Blog
PowerPoint-Präsentationen sind allgegenwärtig, überzeugende Präsentationen leider nicht. Dieser Blog gibt Tipps zum Bessermachen.
Über den Autor
Dr. Michael Gerharz ist Coach und Trainer für überzeugende Präsentationen. Seine Homepage finden Sie unter michaelgerharz.com.
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The Phones Start Talking

Würden Sie das unterschreiben: manche Themen sind einfach so kompliziert, die kann man einem Laien in einer kurzen Präsentation nicht näher bringen.

Ich würd’s nicht unterschreiben, sondern versuche stattdessen, Ihnen einen kurzen Einblick in mein Promotionsthema zu geben, das im Detail zumindest so kompliziert ist, dass es mich einige Jahre beschäftigt hat. Fragt man Wikipedia, was ein Ad-hoc-Netz ist, so lernt man, es sei ein Funknetz, das zwei oder mehr Endgeräte zu einem vermaschten Netz verbindet, um darüber Daten von Netzknoten zu Netzknoten weiter zu reichen. Aha. Nicht klar wozu das gut sein soll?

Ich versuch’s mal anders, nämlich mit einer kleinen Präsentation:


Warum ich Ihnen das erzähle? Weil das mein Beitrag zum diesjährigen slideshare-Wettbewerb ist und wenn er Ihnen gefällt, dann geben Sie mir Ihre Stimme.

Links zu dem Thema:

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Des Pianisten Pobacke

Haben Sie sich schon einmal gewundert, warum Musiker eigentlich so merkwürdige Bewegungen zu ihrer Musik machen? Warum etwa ein Pianist auf seinem Hocker hin- und herwackelt? Eine wundervolle Erklärung dafür liefert Benjamin Zander, Dirigent des Boston Philharmonic Orchestra, in seinem bewegenden Vortrag bei der diesjährigen TED-Konferenz. Die 20 Minuten sollten Sie wirklich investieren:


Zander erläutert äußerst amüsant, wieso Sie ein besserer Klavierspieler werden, wenn Sie auf nur einer Pobacke sitzen. Ich garantiere Ihnen, Sie werden klassische Musik mit anderen Ohren hören, wenn Sie gesehen haben, wie Zander ein Chopin-Stück auf diese Weise interpretiert. Und was hat das nun mit Präsentieren zu tun?

Wer auf einer Pobacke spielt, der löst sich aus seiner verkrampften Haltung und lässt die Musik fließen von der ersten bis zur letzten Note. Er begreift die Musik nicht als willkürliche Aneinanderreihung einzelner Noten, sondern erkennt wie sich aus Noten Melodien formen. Erst dadurch schickt Chopins Stück den Hörer auf eine Reise, die mit der Note b (deutsches h) beginnt und mit der Note e endet. Das darf man übrigens ruhig bildlich als b-eginn und e-nde lesen. Zander erklärt die Ein-Pobacken-Spielweise dabei so:


Das täte auch vielen PowerPoint-Präsentationen gut. Zanders Klavierschüler, der sich auf jede einzelne Note konzentrieren muss, ist nämlich niemand anderes als der Vortragende, der Folie für Folie abliest, der keinen roten Faden hat und keine klare Botschaft vermittelt. Die Präsentation ist dann eine Aneinanderreihung einzelner Detail-Folien, anstatt eines spannenden Vortrags, der die Zuhörer zu b-eginn an ihrem Wissensstand abholt und entlang eines roten Fadens zur Kernaussage am e-nde führt. Auf einer Pobacke zu präsentieren heißt demnach, sich über die eigene Botschaft im Klaren zu sein und Folien als Hilfsmittel zu begreifen, statt sich an sie zu klammern.

Links zu dem Thema:
Homepage von Benjamin Zander
Zanders Buch The Art of Possibility bei Amazon.de
Artikel in Presentation Zen: Benjamin Zander: Who are we being?
Jerry Weissman: Presenting to Win: The Art of Telling Your Story
Buchempfehlung: Nick Morgan – Give Your Speech, Change the World
Das Geheimnis einer kleinen Box

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Die vier Prinzipien professionellen Designs

In ihrem hervorragenden Buch Design & Typografie behauptet Robin Williams, jeder könne ein besserer Designer werden, wenn er vier Prinzipien berherzigt: Nähe, Ausrichtung, Wiederholung, Kontrast. Wie einfach es tatsächlich ist, durch Anwendung dieser vier Regeln ein völlig langweiliges Design in ein ansprechendes und interessantes Design zu verwandeln, möchte ich Ihnen an einem Beispiel vorführen, das ich schrittweise anhand der Regeln überarbeite. Lesen Sie mehr...
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Keine Entschuldigung mehr für schlechte Folien

Garr Reynolds' exzellentes Buch Presentation Zen gibt es jetzt auch auf Deutsch. Eine Pflichtlektüre für jeden, der ernsthaft Folien gestalten möchte.
Buchcover

Presentation Zen ist mehr als nur ein Ratgeber über professionelles Foliendesign. Das Buch basiert auf Reynolds' Präsentations-Philosophie, die deutlich von Zen-Einflüssen geprägt ist. Die Zen-Philosophie handelt von Reinheit und von Eleganz, die sichtbar werden, wenn etwas auf das Wesentliche reduziert wird. Diese Reinheit meint Reynolds, wenn er oft von "Simplicity" spricht, von Betonung durch Reduktion. Dabei geht es nicht darum, Inhalte zu banalisieren, sondern sie auf den Punkt zu bringen und dadurch in Ihrer Reinheit erstrahlen zu lassen. Bei Reynolds klingt das so:

Design bedeutet, auf Überflüssiges zu verzichten und das Bedeutungsvolle hinzuzufügen.

Wie man das schafft und am Ende kraftvolle (und schön anzuschauende) Folien erhält, lehrt dieses Buch. Es zeigt viele, viele Beispiele ausgezeichneten Foliendesigns und erklärt für jeden Laien verständlich die grundlegenden Tricks professioneller Designer. Einen großen Stellenwert nehmen auch die zahlreichen Tipps abseits der eigentlichen Arbeit an den Folien ein. Zu seinen wichtigsten Botschaften gehört, eine Präsentation zunächst analog vorzubereiten, also mit Stift und Papier, bevor die Arbeit am Rechner beginnt.

Ein absolut empfehlenswertes Buch, das seit seinem Erscheinen Anfang des Jahres blitzartig zum weltweiten Standardwerk über Foliendesign geworden ist. Das Buch ist die Quintessenz aus Garr Reynolds' gleichnamigem Blog.

Links zu dem Buch:
ZEN oder die Kunst der Präsentation bei Amazon
Das englische Original Presentation Zen bei Amazon
Eine kostenlose Leseprobe
Garr Reynolds’ Blog Presentation Zen
Präsentation von Garr Reynolds bei Google

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Kennedy und die Folien

Beispielfolie aus der Lehrer-Online-Unterrichtsreihe zu Kennedys Antrittsrede
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie eigentlich Folien für Ihre Vorträge erstellen? Ich bekomme darauf z.B. folgendes zu hören: „das ist bei uns so üblich“, „das macht jeder so“, „der Chef will es so“. Offenbar ist PowerPoint heute so verbreitet, dass Folien gar nicht mehr hinterfragt werden.

Der Auslöser meiner Frage ist eine Präsentation, auf die Timo Off von Geistesblitz mich aufmerksam gemacht hat. Die Präsentation dient Lehrern als Auftakt einer Unterrichtsreihe über die Antrittsrede von John F. Kennedy und ist auf der Webseite lehrer-online verfügbar. Es ist schon fast ironisch, dass diese uninspirierte Präsentation ausgerechnet Kennedys großartige Rede behandelt, der damals ja ganz ohne Folien auskam. Lesen Sie mehr...
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Such das Logo

Such das Logo - Zitrone des Monats Juni 2008
Ein lustiges Ratespiel haben sich zwei Rechtsanwälte von der Sozietät Juconomy und vom Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco, für ihre Präsentation beim eco-Arbeitskreis Online Marketing ausgedacht.

Die Spielregeln:
  1. Schreiben Sie möglichst viel Text auf Ihre Folien.
  2. Ist die Folie dann noch nicht voll genug, machen Sie die Schrift fett und vergrößern Sie den Zeilenabstand.
  3. Finden Sie auf der vollen Folie eine freie Stelle, an der kein Text steht.
  4. Platzieren Sie Ihr Logo an diese freie Stelle, wenn mögliche auch in wechselnden Größen.
  5. Für Fortgeschrittene: Verwenden Sie eine möglichst geringe Auflösung für Ihr Logo. Dadurch ist es schwerer zu entdecken.
  6. Bitten Sie Ihre Zuhörer, während des Vortrags das Logo zu suchen.
Gewonnen hat, wer zuerst den Sinn des Spiels verstanden hat.

Es lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob es überhaupt sinnvoll ist, jede Folie mit dem eigenen Logo zu schmücken. Ganz sicher unstrittig ist jedoch, dass dieses Wechsel- und Verwirrspiel völlig ungeeignet und aufdringlich wirkt. Folien sind dazu da, das Verständnis der Zuhörer zu unterstützen und nicht zur Ablenkung, indem ständig irgendjemand aus einer anderen Ecke der Folie ruft: „Schaut her, das bin ich.“ Eine verdiente Zitrone des Monats.

Verwandte Artikel:
Zitrone des Monats Mai 2008
Zitrone des Monats April 2008
Der Sinn einer Gliederung
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Karriereratgeber zweimal anders

Buchcover von Daniel Pinks Buch
Ein Businessbuch als Manga-Comic? Daniel Pink, amerikanischer Bestseller-Autor, hat seinen neuesten Karriereratgeber The Adventures of Johnny Bunko in Form eines Manga-Comics veröffentlicht. Das ist eine willkommene Abwechslung in diesem ansonsten so bedeutungsschwer mit Motivationsrhetorik gepflasterten Gebiet. Sechs sinnvolle Ratschläge zur Karriereplanung werden hier äußerst anschaulich präsentiert. Das Buch macht Spaß zu lesen, man lernt etwas dabei und in einer knappen Stunde ist man durch.

Wem selbst das zu viel ist, der sollte einmal einen Blick auf die Zusammenfassung von Garr Reynolds werfen (alle anderen übrigens auch). Wie immer bei Reynolds treffen die Bilder absolut ins Schwarze. Schon das alleine verführt zum weiterklicken. Sehenswert ist aber darüber hinaus insbesondere:
Karikatur von Garr Reynolds, die er in seinen Präsentationen verwendet

  • Die konsequente Verwendung einer Comic-Zeichnung seiner selbst, die die gesamte Präsentation auflockert und zum Manga-Charakter des Buches passt.
  • Der virtuose Einsatz von Schriftvariationen in Farbe, Größe und Schriftart, die nicht pure Dekoration sind, sondern einen ganz klaren Zweck erfüllen.
  • Die glasklare Strukturierung des Vortrags durch konsistentes, kontrastreiches Layout und den cleveren Einsatz der beiden vorigen Punkte.
Den Foliensatz hat Reynolds auf Slideshare veröffentlicht, einer Webseite zum (öffentlichen) Austausch von PowerPoint-Folien. Viel Spaß mit zwei ungewöhnlichen Karriereratgebern als Buch oder Folien.

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Zahlen oder Bilder?

Wenn Sie etwas wichtiges zu sagen haben, dann liegt Ihnen sicher viel daran, dass ihre Botschaft auch ankommt. Ihr Ziel haben Sie erreicht, wenn Ihre Zuhörer die Botschaft als Handlungsaufforderung verstehen, z.B. um für Ihre Hilfsorganisation zu spenden. Das wird Ihnen aber nur gelingen, wenn die Botschaft nicht nur für Sie sondern auch für Ihre Zuhörer zu einer Herzensangelegenheit wird. Viele Redner zitieren daher in solchen Situationen Statistiken, die das Ausmaß und die Wichtigkeit des Themas verdeutlichen, z.B. so:

Beispielfolie mit Statistiken zu

Das funktioniert hier aber nicht so recht. Natürlich erkennt man, dass Hunger ein großes Problem ist, aber echt betroffen ist man durch diese Folie nicht. Fakten alleine berühren uns normalerweise nicht besonders. Auch sind die genannten Zahlen reichlich abstrakt. Klar, sie sind furchtbar groß, aber wirklich greifbar sind sie nicht. Die einzige greifbare Zahl ist in der letzten Zeile versteckt: alle 5 Sekunden verhungert ein Kind. Das kann man sich vorstellen; deshalb sollte der Schwerpunkt auch auf diese Aussage gelegt werden. Wenn man einige der redundanten Zahlen weglässt und ein emotionales Bild hinzufügt, funktioniert die Folie schon besser:

Beispiel mit Bild und weniger Zahlen, neuer Titel

Aber irgendwie überzeugt das noch immer nicht so recht. Es ist nicht klar, worauf der Schwerpunkt des Arguments gelegt wird: 1 Milliarde Kinder in Armut, jedes fünfte Kind ohne sauberes Wasser oder 6 Millionen Kinder, die jährlich verhungern. Natürlich machen alle drei für sich genommen betroffen, aber eine größere Wirkung erzielt man häufig, wenn man sich auf eine Aussage konzentriert. Lässt man alles weg, was auf dieser Folie von der Kernbotschaft ablenkt, und verstärkt die Kernelemente, erhält man eine viel effektivere Folie:

Emotionales Beispiel mit großformatigem Foto eines Kindes und Kernaussage

Diese Folie ist eine wunderbare Plattform, auf der man eine emotionale Argumentation aufbauen kann. Die Statistiken, die wir aus der Folie gestrichen haben, können während des Vortrags genannt werden und erhalten durch die starke Kernaussage eine direkte Bedeutung. Die Handlungsaufforderung wird auch unmittelbar klar: Retten Sie ein Kind, indem Sie spenden! Sehr effektvoll ist es übrigens, wenn Sie während des Vortrags die 5 Sekunden noch anschaulicher machen, indem Sie z.B. für kurze Zeit alle 5 Sekunden mit den Fingern schnippen.

Links zu dem Thema:
Präsentationen von Chris Landry vom Sustainable Food Lab
Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath, insbesondere Kapitel 5: "Emotional"

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Der Zen-Meister präsentiert

Presentation Zen ist der weltweit meistgelesene Blog über Präsentationsdesign. Garr Reynolds, Professor für Marketing und Management in Japan, schreibt dort seit knapp 3 Jahren über seine Ideen zum Design von Präsentationen. Anfang diesen Jahres erschien sein gleichnamiges Buch, was Google zum Anlass nahm, Reynolds in der Reihe Authors@Google zu einem Vortrag einzuladen. Endlich gibt es also eine Gelegenheit, den "Zen-Meister" des Präsentierens selbst präsentieren zu sehen. Lesen Sie mehr...
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