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PowerPoint-Präsentationen sind allgegenwärtig, überzeugende Präsentationen leider nicht. Dieser Blog gibt Tipps zum Bessermachen.
Über den Autor
Dr. Michael Gerharz ist Coach und Trainer für überzeugende Präsentationen. Seine Homepage finden Sie unter michaelgerharz.com.
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Ein Tag im Leben von...

Noch ein sehr sehenswertes Animationsvideo: Die norwegische Gruppe Röyksopp hat (bereits 2002) für ihre Single Remind Me das fanzösische Design-Studio H5 angeheuert, die dafür einen Tag im Leben einer Londoner Angestellten vollständig mit Informations-Diagrammen visualisiert haben. Das fängt an bei der Statik ihres Wohnhauses, geht über die Physiologie des Gehörganges, den städtischen Wasserkreislauf, das Londonder Transportsystem, die Nahrungskette und vieles, vieles mehr. Auch nach merhmaligem Anschauen hat man noch lange nicht alles entdeckt.

Lernen kann man hier nicht nur, wie man Kreisläufe visualisiert und Statistiken anschaulich animiert; interessant ist auch der Gebrauch der isometrischen Darstellung, die eine sehr einfache Arbeit mit 3D-Diagrammelementen ermöglicht, weil die Elemente beliebig angeordnet werden können und dabei immer die richtige Perspektive behalten, solange sie nicht gedreht werden. Bei perspektivischen Projektionen, die eher unserem natürlichen Sehen entsprechen, ist das so nicht möglich.


Verwandte Artikel:
Das Leben, erklärt in Diagrammen
Spannende Geschichte

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Das Leben, erklärt in Diagrammen

Pasted Graphic
Jessica Hagy sorgt seit geraumer Zeit mit ihrem Blog indexed für Furore vor allem im englischen Sprachraum. Jeder Artikel besteht aus genau einer Karteikarte (die, die wir alle noch vom Vokabellernen kennen) und enthält ein handgezeichnetes Diagramm. Darin kodiert Hagy Beobachtungen aus ihrem Alltag auf äußerst amüsante und zumeist tiefgründige Weise.

Eine wunderbare Referenz an Hagys Inspirationen gibt es seit einiger Zeit in Form eines animierten Films. Sehr sehenswert, wie hier Querbezüge hergestellt werden, Assoziationen geknüpft werden; wie der Film vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt und doch einen konsequenten Weg verfolgt. Überraschende Erkenntnisse und ein schönes Beispiel für kreativen Umgang mit Diagrammen und Animationen:



Links zu dem Thema:
Erweiterte Version des Videos auf der Homepage des Produzenten Clemens Kogler
Das Buch zum Blog: indexed von Jessica Hagy
Spannende Geschichte

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Zitrone des Monats Juli 2008

Zitrone des Monats
Wozu noch Dokumente schreiben, wo es doch PowerPoint gibt. Immer häufiger verzichten Studien auf die Veröffentlichung erläuternder Dokumente und machen lieber gleich alles in PowerPoint. So auch die BKK, die in Zusammenarbeit mit TNS Healthcare eine Umfrage zu den Wartezeiten bei deutschen Ärzten durchgeführt hat.

Das Dokument erweckt, weil es eben PowerPoint ist, den Anschein der Übersichtlichkeit und der mundgerechten Aufbereitung der Ergebnisse, löst dieses Versprechen aber nicht ein. Auf jeder Folie muss man sich neu orientieren:
Pasted Graphic 2
mal sind die Verteilungen in Tortendiagrammen angegeben, mal in Balkendiagrammen. Diese sind wiederum mal horizontal, mal vertikal und mal gestapelt. Mal sind die Fachärzte in gewichteter Reihenfolge, mal in zufälliger (Folie 12). Und immer wieder muss man genau lesen, wenn man Beziehungen zwischen den Diagrammen herstellen möchte. Ein sinnvolles Diagramm nimmt dem Leser so viel Arbeit wie möglich ab. Diese Diagramme erschlagen aber auf jeder Folie auf’s Neue, weil es zu wenig Konsistenz gibt.

Pasted Graphic 4
Ein gehöriger Teil dieser Probleme ist auch auf das Format Folienpräsentation zu schieben. Der geringe Platz auf einer Folie, der zudem noch mit Logos, Kopfzeile und Überschriften geteilt werden muss(?), erfordert eben eine ganze Reihe Kompromisse. Für das Wichtigste, die eigentlichen Daten, steht somit weniger als die Hälfte des Platzes zur Verfügung.

Folien als Dokumente können durchaus funktionieren; der Wettbewerb um die besten Folien der Welt auf slideshare hat das im letzten Jahr gezeigt (übrigens läuft der Wettbewerb gerade wieder). Wenn es aber um die übersichtliche Aufstellung gesammelter Daten geht, ist dafür ein ausformuliertes Dokument besser geeignet, da es erheblich weniger Kompromisse in Layout und Design erfordert, eine viel bessere als die mickrige 800x600-Pixel-Auflösung bietet und so letztlich eine übersichtlichere Darstellung der Daten ermöglicht (Tabellen gehören hier übrigens durchaus dazu).

Die Zitrone des Monats geht also in diesem Monat an ein Dokument, das keines ist, aber gerne eines geworden wäre.

Übrigens: Ich habe selbst eine kleine Umfrage zum Thema Präsentationen gestartet und freue mich, wenn auch Sie sich maximal fünf Minuten Zeit nehmen, um die Fragen zu beantworten. Hier klicken.

Links zu diesem Thema:
Zitrone des Monats Juni 2008
Zitrone des Monats Mai 2008
Zitrone des Monats April 2008
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IKEA färbt Pac-Man grün

Pac-Man-Diagramme bei IKEA
Wer kennt nicht den kleinen, gelben, immer hungrigen Computerspieleball Pac-Man? Völlig überraschend habe ich ihn heute auf der Webseite von IKEA wiederentdeckt. Auf dem Boden liegend und ganz grün im Gesicht. Wie konnte es dazu kommen?

IKEA präsentiert auf diese Weise wichtige Kennzahlen des Unternehmens, jeweils aufgeteilt nach den Regionen Europa, Nordamerika und Asien. Was dabei herausgekommen ist, sieht vielleicht auf den ersten Blick ganz nett aus, offenbart aber auf den zweiten Blick eine ganze Reihe an Problemen. Lesen Sie mehr...
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Nützliche Übersicht über Diagrammtypen

Suchfunktion der Webseite Information Design Patterns
Eine empfehlenswerte Übersicht über Diagramme zur Visualisierung vorwiegend statistischer Daten bietet die Webseite Information Design Patterns des Berliner Designers Christian Behrens. Die Seite ist entstanden während seiner Masterarbeit, die er kürzlich an der Fachhochschule Potsdam fertiggestellt hat.

Die Webseite liefert grundlegende Informationen zu den wichtigsten Diagrammtypen. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf interaktiven Grafiken, wenngleich viele der besprochenen Diagramme auch statisch genutzt werden können. Übrigens: obwohl interaktive Diagramme in Präsentationen eher selten Verwendung finden, gibt es einige beeindruckende Beispiele dafür.

Besonders nützlich ist auf der Webseite die Suchfunktion. Anhand verschiedener Suchkriterien lässt sich die Wahl der Diagramme geeignet einschränken. Das finde ich persönlich deutlich sinnvoller als die kürzlich hier ebenfalls vorgestellte Gruppierung in einem Periodensystem.

Buchseite der Masterarbeit
Für die Masterarbeit hat Christian Behrens das Ganze natürlich auch in Buchform gegossen. Dabei ist ein äußerst ansehnliches Werk heraus gekommen (zu finden auf seiner Homepage). Nach zahlreichen Nachfragen denkt Christian jetzt darüber nach, das Buch in Serie drucken zu lassen. Wer daran interessiert ist, der schreibt ihm das am Besten in einer Mail, um ihn darin zu bestärken.
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Hauptsache schrill

Erläuterung der Umsatzentwicklung in der Präsentation der Geschäftszahlen der Coca-Cola-West
Bevor wir weiterziehen, wollen wir uns noch eine letzte Cola genehmigen, da der Vorrat an schlechten Beispielen schier unerschöpflich ist. Mit dieser Folie veranschaulicht Coca-Cola West, wie sich der Umsatz von 2006 zu 2007 und 2008 verändert und schlüsselt die wesentlichen Einflussfaktoren auf. Auch diese Folie hat eine Reihe von Problemen.

Das größte Problem ist die nicht maßstabsgetreue Repräsentation der Kästen. Besonders auffällig ist, dass die Höhen nicht proportional zu den Zahlenwerten sind. Wenn man etwas genauer hinsieht, erkennt man darüber hinaus, dass die Breiten der Kästen nicht gleich sind. Das Diagramm sorgt dadurch eher für Verwirrung als für ein leichteres Verständnis.

Das schrille Layout hilft auch nicht gerade weiter und hat selbst eine ganze Reihe von Problemen: Zunächst bleibt unklar, warum die positiven Faktoren "sales growth" und "cost reduction" übereinander, die negativen Faktoren aber nebeneinander stehen. Ferner sind die Tabellen, die die Kostenreduzierungen erläutern, trotz der Pfeile schwer zuzuordnen. Und schließlich gibt es wieder eine Reihe liebloser Anfängerfehler mit den Schriftgrößen, der Anordnung der Objekte und noch einiges mehr.

Wie immer liefere ich einen Vorschlag, wie es besser gehen könnte. Als offensichtlichste Änderung habe ich die Einflussfaktoren als Pfeile und nicht als Kästen gezeichnet. Auf die schrille Farbgebung habe ich verzichtet. Dafür sind die Schrittweiten jetzt proportional zu den entsprechenden Zahlenwerten. Schließlich habe ich die Tabellen direkt neben die entsprechenden Kategorien angeordnet.

Verbesserungsvorschlag für die Folie

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Noch eine Cola, bitte

Besonders schlechtes Beispiel aus der Präsentation der Coca-Cola-West-Geschäftszahlen
Der Coca-Cola-Abfüller Coca-Cola-West aus Japan hat sich mit dieser (und natürlich den übrigen Folien) die Zitrone des Monats redlich verdient. Aber was genau ist eigentlich so schlecht an dieser Folie? Ich nutze die Gelegenheit einmal für einen weiteren Vorher-Nachher-Vergleich.

Folien sind dazu da, eine Präsentation optimal zu unterstützen und die wesentlichen Aussagen zu unterstreichen. Diese Folie ist jedoch so voll, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll.

Es gibt drei wesentliche Elemente: eine Abbildung, die die Drei-Farben-Stratgie von Coca-Cola veranschaulicht, ein Diagramm, das die Veränderung des Ergebnisses zum Vorjahr zeigt, und eine Tabelle, die für jede der Farben Statistiken zeigt. Alle drei Elemente schreien durch ihre schrille Farbgebung nach Aufmerksamkeit. Was ist eigentlich das Wesentliche und was nur erklärende Zusatzinformation? Betrachten wir die drei Elemente im Einzelnen. Lesen Sie mehr...
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Das Periodensystem der Visualisierungsmethoden

Diagramme zur Visualisierung von Geschäftszahlen in einem Business Report
Als Vortragender steht man häufig vor der Aufgabe, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären, ohne dabei die Zuhörer mit zu vielen Details zu belasten. Der Einsatz von Diagrammen liegt da natürlich auf der Hand, denn durch eine grafische Veranschaulichung lassen sich Zusammenhänge oft schneller und übersichtlicher darstellen als durch lange Ausführungen ("Ein Bild sagt mehr als tausend Worte."). Häufig begegnet man z.B. Liniendiagrammen, um Trends wiederzugeben, Organigrammen zur Darstellung einer Unternehmensstruktur oder Flussdiagrammen zur Visualisierung von Prozessabläufen usw.

Leider ist es es aber nicht immer so einfach, die richtige Visualisierung für ein Problem zu finden. Zu vielfältig ist die Zahl der Diagrammtypen und zu speziell sind manche Aufgaben, als dass man jederzeit die passende Kombination auf Anhieb finden würde. Das schweizerische Projekt Visual-Literacy.org hat deshalb das Periodensystem der Virtualisierungsmethoden entwickelt, das ein wenig Orientierung in diesem Dschungel bieten soll. Lesen Sie mehr...
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