Wer so glänzende Zahlen wie Weblogs Inc.
hat, der hat etwas zu feiern. In den
drei Jahren seit der Übernahme durch AOL ist der kommerzielle
Blog-Anbieter, der u.a. die Blogs engadget, joystiq und
tuaw
betreibt, rasant gewachsen. Die
PowerPoint-Präsentation (s.u.) allerdings, mit der AOL und
Weblogs das feiern, verdirbt mir nun wirklich jeden Spaß.
Unübersichtlicher geht es kaum. Ich weiß gar nicht, wo ich die
Aufzählung beginnen soll. Informationen werden auf die Folien
gequestscht, bis aber auch wirklich der allerletzte Freiraum
vollgestopft ist. Dabei ist nichts in irgendeiner Weise geordnet.
Nichts ist ausgerichtet, so dass die Informationen wirken, als
seien sie völlig willkürlich auf die Folie geworfen. Es ist
keinerlei Hierarchie erkennbar. Im Gegenteil: das Auge weiß nicht,
wo es hinblicken soll, weil alles so laut „SCHAU ZU MIR“ schreit.
Kontrast heißt aber nicht, alles bunt und groß zu machen, Kontrast
bedeutet, Informationen zu strukturieren, indem man
sie unterscheidbar macht.
Und auf jeder Folie beginnt die Suche von Neuem, das Feld mit der
Besucher-Statistik springt hin und her, ist mal größer, mal kleiner
und spielt auf diese Weise ein lustiges such-mich-Spiel. Nicht
einmal die Überschriften sind konsistent – und sind damit
gewissermaßen ein Sinnbild für die Kopflosigkeit dieser Folien. Was
AOL hier zeigt, ist AbsolutOrdnungsLos und damit eine verdiente
Zitrone des Monats.
In ihrem hervorragenden Buch Design &
Typografie behauptet Robin Williams, jeder könne ein besserer
Designer werden, wenn er vier Prinzipien berherzigt: Nähe,
Ausrichtung, Wiederholung, Kontrast. Wie einfach es tatsächlich
ist, durch Anwendung dieser vier Regeln ein völlig langweiliges
Design in ein ansprechendes und interessantes Design zu verwandeln,
möchte ich Ihnen an einem Beispiel vorführen, das ich schrittweise
anhand der Regeln überarbeite.
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