7 Jahre "Really Bad PowerPoint"
18.02.2008 14:22 Abgelegt in:
Präsentation

Seth Godin ist nämlich außerdem ein außergewöhnlicher Redner, den man getrost als Pionier einer modernen Art von Präsentationen ansehen kann, die sehr stark auf Emotionen und Bilder setzt. Schon 2001 schrieb er das Essay "Really Bad Powerpoint", in dem er die damals übliche Art, (PowerPoint-)Präsentationen zu halten, heftig kritisiert und einen radikal anderen Ansatz vorschlägt. Das Traurige daran: Noch heute, also 7 Jahre später, ist dieses Essay hochaktuell und für viele Präsentationen gilt seine Kritik unverändert.
Seth prangert vor allem an, dass viele Redner ihre Folien eher als Notizen verwenden, die sie während des Vortrags mehr oder weniger ablesen und anschließend auch als Handout verwenden. Das bedeutet aber letztlich, dass die Folien zu viel Text und Fakten enthalten anstatt durch überzeugende Abbildungen die Botschaft zu unterstützen. Solche Vorträge wecken keine Emotionen und sind daher ungeeignet, Ideen einprägsam zu vermitteln.
Seth beschreibt 5 Regeln für überzeugendere Präsentationen, von denen ich zwei herausgreifen möchte:
1. Niemals mehr als sechs Wörter auf einer Folie verwenden.

Zwar muss man diese Sechs-Wörter-Regel nicht unbedingt wörtlich nehmen, aber denken Sie doch einmal darüber nach, ob durch textlastige Folien wirklich das Verständnis der Zuhörer verbessert wird. Muss wirklich jeder gesprochene Inhalt eine direkte Entsprechung auf der Folie haben?"Verwenden Sie Folien, die Ihre Worte bekräftigen, und nicht bloß wiederholen."
2. Keine billigen Bilder verwenden.
Zuallererst heißt das einmal: keine billigen Cliparts verwenden. Die Zeiten, in denen man mit Screen-Beans einen Blumentopf gewinnen konnte, sind beim besten Willen vorbei. Versuchen Sie, hochwertige Fotos oder Cliparts zu finden, die Ihre Botschaft optimal wiedergeben (eine sehr empfehlenswerte Quelle ist z.B. istockphoto.com).Vergleichen Sie doch einmal die beiden folgenden Folien, die in einem Vortrag für ein neues Handy verwendet werden könnten:

Die linke Folie kommt Ihnen
höchstwahrscheinlich sehr vertraut vor. Sie ist sehr textlastig und
nur auf die Fakten konzentriert. Die verwendeten Cliparts, die zwar
die Folie auflockern sollen, transportieren keine Botschaft und
rufen eher ein Schmunzeln hervor.
Die rechte Folie dagegen formuliert eine glasklare Botschaft: "Wir
haben ein Handy entwickelt, das einfach Spaß macht!" Das Foto
verstärkt diese Aussage und wirkt unmittelbar sympatisch. Kurz: Es
weckt Emotionen. Dazu Seth Godin:
Links zu diesem Thema:"Logic is essential, but without emotions, you're not playing with a full deck."
Seth Godins Homepage
Essay "Really Bad Powerpoint"
Garr Reynolds Blog "Presentation Zen" (der einen ganz ähnlichen Ansatz lehrt)







