Nachtrag: Einfaches aus Sicht der EU

So was macht doch einer, z.B. Dr. Jorgo Chatzimarkakis, Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung, und Energie des EU-Parlaments, auf dem RFID-Forum der CeBIT 2006.
RFIDs sind kleine elektronische Etiketten, die per Funk ausgelesen werden können und so beispielsweise eine automatische Lagerverwaltung oder Kassen ohne Kassierer ermöglichen könnten. Chatzi, wie er sich selber nennt, hielt dazu einen Vortrag über mögliche EU-Regulierungen. Ein Auszug seiner Folien:






Wer sich die Mühe macht, die
Stichpunkte auf allen 14 Folien zu zählen, kommt auf die
unglaubliche Zahl von 79! Alle stehen gleichwertig nebeneinander.
Es gibt praktisch keine Hervorhebungen, keine visuellen
Hilfestellungen, keine Ordnung außer der Untergliederung des
Vortrags auf die verschiedenen Folien.
Auch an den Folien erkennt man nicht, ob sie wichtige Informationen
transportieren oder lediglich Zusatzinformationen liefern. Alle
Folien verwenden den gleichen nutzlosen Hintergrund, der das Layout
sehr unruhig und den Text schwer leserlich macht.
Natürlich kann man einwenden, dass es ja auf den Vortrag ankommt
und die Folien nur unterstützenden Charakter haben. Aber: diese
Folien unterstützen nicht, sie schaden höchstens. Oder wie viele
Vortragende haben sie schon gesehen, die mit solchem Folienmaterial
einen guten Vortrag halten? Garr Reynolds von Presentation
Zen formuliert das in seinem Buch
treffend:
Ach ja: um Dr. Chatzimarkakis ein wenig in Schutz zu nehmen. Die Folien zu den übrigen Vorträge auf dem RFID-Forum sehen zwar mitunter ein wenig schicker aus, sind aber nicht wirklich aufgeräumter, und zwar fast ausnahmslos.Niemand kann mit Folie auf Folie voller Stichpunkte einen guten Vortrag halten.
Weitere Links zu dem Thema:
Homepage von Dr. Jorgo Chatzimarkakis (mit Chatzi-News)
RFID-Forum der CeBIT 2006
Was bleibt: Einfaches
Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath
Schlechte Präsentationen schaden dem Image







