Des Pianisten Pobacke
Zander erläutert äußerst amüsant, wieso
Sie ein besserer Klavierspieler werden, wenn Sie auf nur einer
Pobacke sitzen. Ich garantiere Ihnen, Sie werden klassische Musik
mit anderen Ohren hören, wenn Sie gesehen haben, wie Zander ein
Chopin-Stück auf diese Weise interpretiert. Und was hat das nun mit
Präsentieren zu tun?
Wer auf einer Pobacke spielt, der löst sich aus seiner verkrampften
Haltung und lässt die Musik fließen von der ersten bis zur letzten
Note. Er begreift die Musik nicht als willkürliche
Aneinanderreihung einzelner Noten, sondern erkennt wie sich aus
Noten Melodien formen. Erst dadurch schickt Chopins Stück den Hörer
auf eine Reise, die mit der Note b (deutsches h) beginnt und mit
der Note e endet. Das darf man übrigens ruhig bildlich als b-eginn
und e-nde lesen. Zander erklärt die Ein-Pobacken-Spielweise dabei
so:

Das täte auch vielen
PowerPoint-Präsentationen gut. Zanders Klavierschüler, der sich auf
jede einzelne Note konzentrieren muss, ist nämlich niemand anderes
als der Vortragende, der Folie für Folie abliest, der keinen roten
Faden hat und keine klare Botschaft vermittelt. Die Präsentation
ist dann eine Aneinanderreihung einzelner Detail-Folien, anstatt
eines spannenden Vortrags, der die Zuhörer zu b-eginn an ihrem
Wissensstand abholt und entlang eines roten Fadens zur Kernaussage
am e-nde führt. Auf einer Pobacke zu präsentieren heißt demnach,
sich über die eigene Botschaft im Klaren zu sein und Folien als
Hilfsmittel zu begreifen, statt sich an sie zu klammern.
Links zu dem Thema:
Homepage von Benjamin
Zander
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Artikel in Presentation Zen: Benjamin Zander:
Who are we being?
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Das
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