Filmpräsentation


Ferner lerne ich in dem Ratgeber, dass
ich Schlüsselbegriffe hervorheben soll, aber bitte nicht mehr als 5
Schlüsselwörter pro Folie. Außerdem sei Schriftgröße 20-24pt
optimal; so erhalte man durchschnittlich 5-7 Zeilen pro Folie. Gut,
mache ich:


Und schon bin ich wieder gefangen in
Textfolien. Jede Spannung und jeder emotionale Zugang wird durch
diese Folien gleich im Keim erstickt. Man spürt die Langeweile
regelrecht. Können Sie sich vorstellen, einen Film, der auf diese
Weise Ihr Verständnis „unterstützt,“ 90 Minuten lang
anzuschauen?
Einem guten Film können Sie folgen, weil er einen roten Faden hat.
Sie können sich an die Schlüsselszenen erinnern, weil Sie gespannt
waren, zu erfahren, was passiert. Diese Spannung erzeugen Sie
nicht, indem Sie Ihre Folien nach diesen Ratgeber-Empfehlungen
gestalten, sondern indem Sie einen roten Faden legen. Na klar, wer
zuvor völliges Chaos produziert, dem mögen diese Empfehlungen
helfen, ein bisschen Ordnung in seine Präsentation zu bekommen. Wer
aber sein Thema beherrscht, der sollte sich besseres
vornehmen.
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Wenn Sie etwas wichtiges zu sagen haben, dann verwenden Sie die wertvolle Zeit von Ihnen und Ihren Zuhörern lieber darauf, Ihre Ideen überzeugend zu präsentieren und verschwenden Sie sie nicht durch langweilige Unternehmensporträts.
Links zu dem Thema:
Zitrone des Monats Juli 2008
Zitrone des Monats Juni 2008
Zitrone des Monats Mai 2008
Zurück an der Uni
Vorlesungen sind eine recht spezielle Art von Vorträgen. Sie sind deutlich länger als die meisten Präsentationen und sie haben vor allem das Ziel, eine große Menge an Wissen zu vermitteln. Das scheint auf den ersten Blick der Empfehlung zu widersprechen, die Inhalte eines Vortrags auf das Wesentliche zu reduzieren und Details, die nicht für das Verständnis relevant sind, wegzulassen. Lesen Sie mehr...
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Was die Macher von Animationsfilmen instinktiv im Auftrag der Komik tun, ist auch für Präsentationen eine wirkungsvolle Strategie. Überraschungen unterstützen die Einprägsamkeit einer Botschaft, denn unser Gehirn ist darauf programmiert, auf neue Ereignisse besonders zu reagieren. Lesen Sie mehr...
Wie viele Folien pro Minute?

Die Wahrheit ist nämlich: Es gibt keine ideale Folienanzahl. Sie brauchen so viele Folien, wie Sie eben brauchen, um Ihre Botschaft mit Ihrem ganz persönlichen Vortragsstil so zu präsentieren, dass Ihre Zuhörer die Botschaft optimal verstehen. Das ist Ihnen zu banal? Ist aber so. Ein paar Beispiele gefällig? Gerne.
Kennen Sie Dick? Dick heißt mit vollem Namen Dick Hardt und hat vor drei Jahren eine Präsentation über Identity 2.0 gehalten, in der er pro Minute bis zu 50(!) Folien verwendet. Geht das denn überhaupt? Und wie das geht. Sehen Sie selbst. Der Punkt ist: Das funktioniert für seinen Zweck wunderbar, ist aber für andere Anlässe völlig ungeeignet, etwa wenn Sie komplizierte Statistiken präsentieren müssen.
Guy Kawasaki, Startup-Guru aus den USA, predigt in seinem Buch The Art of the Start die 10-20-30-Regel: 10 Folien in 20 Minuten (bei Schriftgröße 30pt); das macht also 2 Mintuen pro Folie. Ach ja, und im Übrigen kommen die besten Reden häufig ganz ohne Folien aus. Geradezu absurd scheint angesichts dessen die Regel, man müsse eine ganz bestimmte Anzahl von Folien einhalten, um seine Zuhörer zu fesseln.
[Foto IRobbo, flickr]Es gibt keine ideale Folienzahl! Ihr Inhalt, Ihre Zuhörer und Ihre Persönlichkeit bestimmen alles andere.
Nachtrag: Einfaches aus Sicht der EU

Der Sinn einer Gliederung
Letztlich geht die Empfehlung auf eine der wahrscheinlich meistzitierten Weisheiten des Präsentierens zurück:

Im Vordergrund steht bei dieser
Empfehlung die Maxime, den Zuhörern eine Botschaft mit auf den Weg
zu geben und diese Botschaft möglichst einprägsam zu vermitteln.
Man sollte demnach nicht einfach nur die eigentlichen Fakten als
Aneinanderreihung von Informationen erzählen, sondern die Botschaft
des Vortrags klar herausarbeiten ("then tell 'em"), am Ende des
Vortrags noch einmal die wesentlichen Punkte, die die Zuhörer mit
nach Hause nehmen sollen, prägnant wiederholen ("and finally tell
'em what you told 'em"), und zu Beginn des Vortrags die
Aufmerksamkeit auf gerade diese Punkte lenken ("tell 'em what
you're gonna tell 'em").
Folgt daraus, dass man also zu Beginn eines jeden Vortrags diese
merkwürdigen Gliederungsfolie auflegen muss? Eher nicht.







![Hauptgebäude der Universität Bonn [Foto: Dr. Thomas Mauersberg]](uni_hauptgebaeude.jpg)