Corporate Design

Das Problem ist nur: Die gängigen Unternehmensvorlagen machen Corporate Design mit der Brechstange. Sie stellen Form vor Inhalt, insbesondere das Unternehmenslogo wird übertrieben prominent platziert. Ein besonders extremes Beispiel sieht man bei Fraunhofer-Folien, die bisweilen ein Drittel (!) des Platzes für Kopf- und Fußzeile des „Corporate Design“ verschwenden. Wenn die Vorlage sich so in der Vordergrund stellt, ist etwas faul, denn die Vorlage ist nicht die Präsentation.

Ich bin mir auch sicher, dass Ihre Zuhörer nicht ständig daran erinnert werden müssen, wie Sie heißen, von welchem Unternnehmen Sie kommen, und welcher Tag heute ist. Wenn Sie einen überzeugenden Vortrag halten, dann werden Ihre Zuhörer Sie trotzdem in Erinnerung behalten; das wiederum können Sie ruhig unterstützen, indem Ihre letzte Folie diese Angaben noch einmal enthält.
Spannende Geschichte
Den besonderen Reiz des Videos machen natürlich die Animationen und Übergänge aus, aber auch aus der Bildersprache kann man einiges für die eigene Präsentation lernen.
Lesen Sie mehr...Wie sieht Sprache aus?

Einige Anregungen, was mit bewusstem Einsatz von Schrift alles möglich ist, möchte ich Ihnen in Form einiger Video-Tipps geben, in denen ausnahmsweise einmal die Schrift die Hauptrolle spielt, die gerade dadurch aber eine erstaunliche Faszination ausüben. Lesen Sie mehr...
Die vier Prinzipien professionellen Designs

Design für Nicht-Designer
Die Kernaussage des hervorragenden Buches lautet: Design ist einfach und jeder – wirklich jeder – kann wirkungsvolle, optisch ansprechende Designs entwerfen. Und tatsächlich, während man das Buch liest, fühlt man sich, als könne man gleich loslegen mit der Designer-Karriere. Der Autorin gelingt es, in sehr einfacher Sprache die wichtigsten Grundsätze professionellen Designs zu erläutern und anhand anschaulicher, weil alltäglicher Beispiele verständlich zu machen. Durch die zahlreichen Beispiele erhält man zugleich viele Anregungen, wie man die Empfehlungen für die eigene Arbeit nutzen kann.

Natürlich werden Sie nicht über Nacht zum Profi-Designer, nur weil Sie dieses Buch gelesen haben. Aber Sie werden die Welt mit anderen Augen betrachten, weil Sie verstehen und benennen können, was Sie täglich sehen; in Zeitschriften, auf Plakaten, auf Folien usw. Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie in der Lage sein zu sagen: „das sieht gut aus, weil...“ oder „das sieht nicht gut aus, weil...“ Das wichtigste dabei: Sie können das auch über Ihre eigenen Entwürfe sagen. Und wenn Sie einmal begonnen haben, durch diese Brille zu schauen, werden Sie kaum einen Weg zurückfinden, sondern nach mehr verlangen. Einen besseren Einstieg als dieses Buch werden Sie schwer finden.
Übrigens: Das Buch ist die Übersetzung der dritten Auflage des englischen Bestsellers The Non-Designer’s Design Book, das nun erstmals in Farbe erschienen ist.
Links zu dem Buch:
Leseprobe auf der Webseite des Verlags
Design & Typografie bei Amazon
Das englische Original The Non-Designer’s Design Book bei Amazon
The Non-Designer’s Design & Type Book, zwei Bücher in einem (das deutsche „Design & Typografie“ entspricht nur dem englischen „Design-Book“, nicht diesem Doppelbuch)
Homepage von Robin Williams
[Amazon-PartnerLinks]
Keine Entschuldigung mehr für schlechte Folien
Presentation Zen ist mehr als nur ein Ratgeber über professionelles Foliendesign. Das Buch basiert auf Reynolds' Präsentations-Philosophie, die deutlich von Zen-Einflüssen geprägt ist. Die Zen-Philosophie handelt von Reinheit und von Eleganz, die sichtbar werden, wenn etwas auf das Wesentliche reduziert wird. Diese Reinheit meint Reynolds, wenn er oft von "Simplicity" spricht, von Betonung durch Reduktion. Dabei geht es nicht darum, Inhalte zu banalisieren, sondern sie auf den Punkt zu bringen und dadurch in Ihrer Reinheit erstrahlen zu lassen. Bei Reynolds klingt das so:
Wie man das schafft und am Ende kraftvolle (und schön anzuschauende) Folien erhält, lehrt dieses Buch. Es zeigt viele, viele Beispiele ausgezeichneten Foliendesigns und erklärt für jeden Laien verständlich die grundlegenden Tricks professioneller Designer. Einen großen Stellenwert nehmen auch die zahlreichen Tipps abseits der eigentlichen Arbeit an den Folien ein. Zu seinen wichtigsten Botschaften gehört, eine Präsentation zunächst analog vorzubereiten, also mit Stift und Papier, bevor die Arbeit am Rechner beginnt.Design bedeutet, auf Überflüssiges zu verzichten und das Bedeutungsvolle hinzuzufügen.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, das seit seinem Erscheinen Anfang des Jahres blitzartig zum weltweiten Standardwerk über Foliendesign geworden ist. Das Buch ist die Quintessenz aus Garr Reynolds' gleichnamigem Blog.
Links zu dem Buch:
ZEN oder die Kunst der Präsentation bei Amazon
Das englische Original Presentation Zen bei Amazon
Eine kostenlose Leseprobe
Garr Reynolds’ Blog Presentation Zen
Präsentation von Garr Reynolds bei Google
[Amazon-PartnerLinks]
Kennedy und die Folien

Der Auslöser meiner Frage ist eine Präsentation, auf die Timo Off von Geistesblitz mich aufmerksam gemacht hat. Die Präsentation dient Lehrern als Auftakt einer Unterrichtsreihe über die Antrittsrede von John F. Kennedy und ist auf der Webseite lehrer-online verfügbar. Es ist schon fast ironisch, dass diese uninspirierte Präsentation ausgerechnet Kennedys großartige Rede behandelt, der damals ja ganz ohne Folien auskam. Lesen Sie mehr...
Such das Logo

Die Spielregeln:
- Schreiben Sie möglichst viel Text auf Ihre Folien.
- Ist die Folie dann noch nicht voll genug, machen Sie die Schrift fett und vergrößern Sie den Zeilenabstand.
- Finden Sie auf der vollen Folie eine freie Stelle, an der kein Text steht.
- Platzieren Sie Ihr Logo an diese freie Stelle, wenn mögliche auch in wechselnden Größen.
- Für Fortgeschrittene: Verwenden Sie eine möglichst geringe Auflösung für Ihr Logo. Dadurch ist es schwerer zu entdecken.
- Bitten Sie Ihre Zuhörer, während des Vortrags das Logo zu suchen.
Es lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob es überhaupt sinnvoll ist, jede Folie mit dem eigenen Logo zu schmücken. Ganz sicher unstrittig ist jedoch, dass dieses Wechsel- und Verwirrspiel völlig ungeeignet und aufdringlich wirkt. Folien sind dazu da, das Verständnis der Zuhörer zu unterstützen und nicht zur Ablenkung, indem ständig irgendjemand aus einer anderen Ecke der Folie ruft: „Schaut her, das bin ich.“ Eine verdiente Zitrone des Monats.
Verwandte Artikel:
Zitrone des Monats Mai 2008
Zitrone des Monats April 2008
Der Sinn einer Gliederung
Das Vorher-Nachher-Magazin
Das englische Magazin richtet sich an Design-Laien, Menschen also, die etwas designen müssen, obwohl sie es nicht gelernt haben. Jeder PDF-Artikel widmet sich einem speziellen Design-Thema, neben vielen anderen auch zur Präsentationsgestaltung, und gibt dazu anschauliche Tipps, häufig - aber nicht immer - anhand von Vorher-Nachher-Beispielen. Die Artikel sind angenehm kurz und dabei in einfacher Sprache erklärt, so dass sie ein Laie jederzeit verstehen kann. Die größte Stärke der Artikel ist aber ihre konsequente visuelle Ausrichtung, alles wird anhand von praktischen Beispielen erläutert. Sehr hilfreich ist auch die Übersicht über sämtliche verwendeten Ressourcen (Schriften, Farben etc.) am Artikelende.
Ein Abo des Magazins kostet 24$ und gilt für 32 PDF-Artikel, bei dem aktuellen Dollarkurs ein absolutes Schnäppchen. Wer lieber erst einmal reinschnuppern möchte, der kann sich auf der Homepage einige Probeartikel kostenfrei herunterladen oder einzelne Artikel bei iStockphoto für 2-3 Credits erwerben. Mein Fazit: Absolut empfehlenswert.


Sind Gesetze trocken?
Karriereratgeber zweimal anders
Wem selbst das zu viel ist, der sollte einmal einen Blick auf die Zusammenfassung von Garr Reynolds werfen (alle anderen übrigens auch). Wie immer bei Reynolds treffen die Bilder absolut ins Schwarze. Schon das alleine verführt zum weiterklicken. Sehenswert ist aber darüber hinaus insbesondere:

- Die konsequente Verwendung einer Comic-Zeichnung seiner selbst, die die gesamte Präsentation auflockert und zum Manga-Charakter des Buches passt.
- Der virtuose Einsatz von Schriftvariationen in Farbe, Größe und Schriftart, die nicht pure Dekoration sind, sondern einen ganz klaren Zweck erfüllen.
- Die glasklare Strukturierung des Vortrags durch konsistentes, kontrastreiches Layout und den cleveren Einsatz der beiden vorigen Punkte.
Zahlen oder Bilder?

Das funktioniert hier aber nicht so
recht. Natürlich erkennt man, dass Hunger ein großes Problem ist,
aber echt betroffen ist man durch diese Folie nicht. Fakten alleine
berühren uns normalerweise nicht besonders. Auch sind die genannten
Zahlen reichlich abstrakt. Klar, sie sind furchtbar groß, aber
wirklich greifbar sind sie nicht. Die einzige greifbare Zahl ist in
der letzten Zeile versteckt: alle 5 Sekunden verhungert ein Kind.
Das kann man sich vorstellen; deshalb sollte der Schwerpunkt auch
auf diese Aussage gelegt werden. Wenn man einige der redundanten
Zahlen weglässt und ein emotionales Bild hinzufügt, funktioniert
die Folie schon besser:

Aber irgendwie überzeugt das noch immer
nicht so recht. Es ist nicht klar, worauf der Schwerpunkt des
Arguments gelegt wird: 1 Milliarde Kinder in Armut, jedes fünfte
Kind ohne sauberes Wasser oder 6 Millionen Kinder, die jährlich
verhungern. Natürlich machen alle drei für sich genommen betroffen,
aber eine größere Wirkung erzielt man häufig, wenn man sich auf
eine Aussage konzentriert. Lässt man alles weg, was auf dieser
Folie von der Kernbotschaft ablenkt, und verstärkt die
Kernelemente, erhält man eine viel effektivere Folie:

Diese Folie ist eine wunderbare
Plattform, auf der man eine emotionale Argumentation aufbauen kann.
Die Statistiken, die wir aus der Folie gestrichen haben, können
während des Vortrags genannt werden und erhalten durch die starke
Kernaussage eine direkte Bedeutung. Die Handlungsaufforderung wird
auch unmittelbar klar: Retten Sie ein Kind, indem Sie spenden! Sehr
effektvoll ist es übrigens, wenn Sie während des Vortrags die 5
Sekunden noch anschaulicher machen, indem Sie z.B. für kurze Zeit
alle 5 Sekunden mit den Fingern schnippen.
Links zu dem Thema:
Präsentationen von Chris Landry
vom Sustainable Food
Lab
Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath,
insbesondere Kapitel 5: "Emotional"
Der Zen-Meister präsentiert

Wenn Designer Folien designen

Kerr sprach über das Design von grafischen Benutzerschnittstellen für E-Mail-Programme und Bookmark-Webseiten. Seine Experimente dazu sind durchaus sehenswert, interessieren uns hier aber nur am Rande. Spannender ist das Folienlayout: extremer Blocksatz, der konsequent auf Großbuchstaben setzt und Zeilenzwischenräume fast vollständig eliminiert.

Das geht zwar ein wenig auf Kosten der Lesbarkeit, ermöglicht aber einige interessante Effekte. So ist etwa in dem Beispiel oben automatisch durch das Layout eine hierarchische Ordnung vorgegeben, indem die Listeninhalte unterschiedlich groß sind. Mit herkömmlichen Bullet Points wäre das erheblich undeutlicher.
Damit dieser Effekt funktioniert, müssen die Worte natürlich geschickt gewählt werden und die wichtigeren Aussagen mit weniger Zeichen ausgedrückt werden als die unwichtigen. Das beherrscht Kerr aber durchaus virtuos, etwa auch in den folgenden Beispielen, wo die Betonung ganz konsequent auf "tree", "messages" und "arcs" liegt.



Sehr interessant ist auch der Wechsel
zum zweiten Teil seines Vortrags, der schon rein optisch sofort
klar wird. Kerr ändert nämlich sein Layout radikal, indem er nun
konsequent klein und in einer Zeile schreibt.
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Das Video sollten Sie sich in jedem
Fall einmal ansehen. Der Vortrag selbst hat sicher ein paar
Schwächen, aber von der Foliengestaltung kann man einiges lernen.
Zwar ist dieses spezielle Layout wohl nicht für jede
Präsenationssituation geeignet, aber ich halte es für einen
gelungenen Ansporn, einmal aus den PowerPoint-Vorlagen auszubrechen
und etwas neues zu versuchen.
[gefunden bei information aesthetics]
Noch eine Cola, bitte

Folien sind dazu da, eine Präsentation optimal zu unterstützen und die wesentlichen Aussagen zu unterstreichen. Diese Folie ist jedoch so voll, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll.
Es gibt drei wesentliche Elemente: eine Abbildung, die die Drei-Farben-Stratgie von Coca-Cola veranschaulicht, ein Diagramm, das die Veränderung des Ergebnisses zum Vorjahr zeigt, und eine Tabelle, die für jede der Farben Statistiken zeigt. Alle drei Elemente schreien durch ihre schrille Farbgebung nach Aufmerksamkeit. Was ist eigentlich das Wesentliche und was nur erklärende Zusatzinformation? Betrachten wir die drei Elemente im Einzelnen. Lesen Sie mehr...
Lästern kann jeder
Nachdem ich kein gutes Haar an Dr. Chatzimarkakis Präsentation auf dem CeBIT-RFID-Forum gelassen habe, möchte ich in diesem Artikel zeigen, wie man es besser machen kann. Lesen Sie mehr...














