Wesentliches im Supermarkt

Im Ernst, was sich die Kaufhausbetreiber bei dieser Beschilderung gedacht haben, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Ich zähle alleine drei verschiedene billig/billiger-Schilder. Insgesamt sind auf diesem Foto an die 50 Hinweisschilder an einem einzigen Regal zu sehen. Wer sich durch die reine Produktanzahl noch nicht überfordert fühlt, der ist es garantiert mit diesen Hinweisen. Gedacht, um Wesentliches zu kennzeichnen, führt die schiere Zahl an „wesentlichen“ Informationen dazu, dass der Käufer genauso verloren vor dem Regal steht wie ohne diese Hinweise. Wenn alles wichtig ist, ist nichts mehr wichtig.
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Was bleibt: Einfaches
Randy Pausch ist tot
Schon damals war ich tief bewegt von der Kraft und Lebendigkeit dieses Vortrags. Wer es bis jetzt noch nicht getan hat, der sollte die Gelegenheit nutzen, sich diese Vorlesung anzusehen.
If I only had three words of advice, they would be ’Tell the Truth.’ If I got three more words, I'd add ’all the time.’
Links zu Randy
Pausch:
Randy Pauschs Homepage
Wikipedia-Artikel
zu Randy Pausch mit vielen weiteren Links
The Last
Lecture – Das Buch
Was stimmt mit dieser Folie nicht?
Die Netzbetreiber rühren daher auch schon kräftig die Werbetrommel für die nächste Mobilfunkgeneration, die Next Generation Mobile Networks, so z.B. Vodafone auf der CeBit und beim eco-Verband. Die folgende Folie dient in beiden Vorträgen als Motivation und soll die große Bedeutung der mobilen Breitbandanwendungen für den Mobilfunkmarkt verdeutlichen. Die Folie enthält eine Grafik, die das Wachstum der mobilen Datenraten zeigt und einige Bullet-Points, die arguementieren, wie stark der Bedarf an mobilen Breitbandanwendungen, gerade in Deutschland, in letzter Zeit gestiegen ist. Aber irgendetwas stimmt nicht mit der Folie! Sehen Sie es?

Der Treppenhaus-Vortrag

Sie haben bis zuletzt noch an ihren Folien gearbeitet, um Ihren Zuhörern einen möglichst vollständigen Überblick über ihr Vortragsthema zu geben. Immerhin sitzt ihr Chef im Raum, und den wollen Sie nicht enttäuschen. Lesen Sie mehr...
Zahlen oder Bilder?

Das funktioniert hier aber nicht so
recht. Natürlich erkennt man, dass Hunger ein großes Problem ist,
aber echt betroffen ist man durch diese Folie nicht. Fakten alleine
berühren uns normalerweise nicht besonders. Auch sind die genannten
Zahlen reichlich abstrakt. Klar, sie sind furchtbar groß, aber
wirklich greifbar sind sie nicht. Die einzige greifbare Zahl ist in
der letzten Zeile versteckt: alle 5 Sekunden verhungert ein Kind.
Das kann man sich vorstellen; deshalb sollte der Schwerpunkt auch
auf diese Aussage gelegt werden. Wenn man einige der redundanten
Zahlen weglässt und ein emotionales Bild hinzufügt, funktioniert
die Folie schon besser:

Aber irgendwie überzeugt das noch immer
nicht so recht. Es ist nicht klar, worauf der Schwerpunkt des
Arguments gelegt wird: 1 Milliarde Kinder in Armut, jedes fünfte
Kind ohne sauberes Wasser oder 6 Millionen Kinder, die jährlich
verhungern. Natürlich machen alle drei für sich genommen betroffen,
aber eine größere Wirkung erzielt man häufig, wenn man sich auf
eine Aussage konzentriert. Lässt man alles weg, was auf dieser
Folie von der Kernbotschaft ablenkt, und verstärkt die
Kernelemente, erhält man eine viel effektivere Folie:

Diese Folie ist eine wunderbare
Plattform, auf der man eine emotionale Argumentation aufbauen kann.
Die Statistiken, die wir aus der Folie gestrichen haben, können
während des Vortrags genannt werden und erhalten durch die starke
Kernaussage eine direkte Bedeutung. Die Handlungsaufforderung wird
auch unmittelbar klar: Retten Sie ein Kind, indem Sie spenden! Sehr
effektvoll ist es übrigens, wenn Sie während des Vortrags die 5
Sekunden noch anschaulicher machen, indem Sie z.B. für kurze Zeit
alle 5 Sekunden mit den Fingern schnippen.
Links zu dem Thema:
Präsentationen von Chris Landry
vom Sustainable Food
Lab
Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath,
insbesondere Kapitel 5: "Emotional"
Was bleibt: Einfaches
Das hört sich leicht an, ist aber in der Praxis doch meist eine harte Nuss. Kern des Problems ist das, was die Heath-Brüder Was bleibt den "Fluch des Wissens" nennen. Als Vortragender ist man normalerweise Experte für sein Thema, man ist sozusagen Wissender. Als Experte aber hält man nicht selten vieles für wichtig, was für ein erstes Verständnis absolut unwichtig ist. Wenn aber alles wichtig ist, dann ist nichts wichtig. Dann muss man Prioritäten setzen, um den Zuhörern eine Chance zu geben, die Idee zu verstehen. Denn nur dann haben sie auch eine Chance, die Idee auch zu behalten.Einfache Botschaften sind auf den Kern reduziert und kompakt.


Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig! Ideen sind erst
dann einfach, wenn sie auf das Wesentliche reduziert
werden.
Das heißt andererseits natürlich nicht,
dass jede Idee auch von jedem Zuhörer verstanden werden muss. Es
geht nicht darum, Ideen zu banalisieren, Quantenphysik erfordert
eben spezielle Kenntnisse. Aber auch Quantenphysik kann man
kompliziert oder einfach formulieren und trotzdem exakt
bleiben.
Links zu verwandten Artikeln:
Buchempfehlung:
"Was bleibt" von Chip und Dan Heath
18 Minuten für die großartigsten Ideen dieser Welt
In
sechs Wörtern zum Punkt kommen
Buchempfehlung: "Was bleibt" von Chip und Dan Heath

Worum geht es? Der Erfolg einer Präsentation lässt sich im Grunde an einer einfachen Frage fest machen: "Was ist bei den Zuhörern hängen geblieben?" Dass die meisten Präsentationen an diesem Kriterium scheitern, können Sie selbst testen: Wenn Sie sich an die letzten zehn Präsentationen erinnern, die Sie gehört haben, wie viel haben Sie davon mit nach Hause genommen? Woran aber liegt es, dass manche Ideen so gut hängen bleiben, die allermeisten jedoch nicht?
Dieser Frage gehen Chip und Dan Heath in "Was bleibt" nach. Gefunden haben Sie 6 Prinzipien, die Sie in zahlreichen "hängen gebliebenen" Ideen entdeckt haben. Im Englischen ergeben diese Prinzipien ein schönes Akronym: SUCCESs (simple, unexpected, concrete, credible, emotional, stories). Die deutsche Übersetzung gibt das leider nicht her (einfach, unerwartet, konkret, glaubwürdig, emotional, Geschichten).
Sehr fundiert erläutern die Autoren, der eine ist Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, der andere Gründer des Lehrvideoverlags Thinkwell, diese Prinzipien. Selten habe ich ein Buch gelesen, das seinen Inhalt so anschaulich und dadurch greifbar macht. Das Buch ist gespickt mit Beispielen (Geschichten), die das Gesagte konkret machen. Es ist einfach geschrieben, eine ganze Reihe von Beispielen ruft Emotionen hervor, die das Gesagte noch anschaulicher machen. Und es ist voll mit unerwarteten Erkenntnissen. Erkennen Sie die 6 Prinzipien? Konsequent sind sie in dem Buch umgesetzt. Als einziger Wermutstropfen bleibt, dass ausgerechnet die "Ideenkliniken", eine Art Vorher-Nachher-Analysen, nicht immer so recht überzeugen.
Das Buch ist kein Präsentationsbuch im engeren Sinne, es ist auch kein Marketingbuch, wie es der deutsche Untertitel suggeriert. Es ist einfach ein guter Ratgeber für alle, die Ideen haben und damit nicht im stillen Kämmerlein bleiben wollen. Wenn diese Ideen hängen bleiben sollen, sollten Sie "Was bleibt" von Chip und Dan Heath lesen. [Trotz der passablen deutschen Übersetzung möchte ich auch auf das englische Original, Made to Stick*, hinweisen, das mir persönlich noch besser gefällt.]
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Das Geheimnis einer kleinen Box







