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Über diesen Blog
PowerPoint-Präsentationen sind allgegenwärtig, überzeugende Präsentationen leider nicht. Dieser Blog gibt Tipps zum Bessermachen.
Über den Autor
Dr. Michael Gerharz ist Coach und Trainer für überzeugende Präsentationen. Seine Homepage finden Sie unter michaelgerharz.com.
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Einfach anfangen

Farbige Holzbausteine mit Schriftzug
Meine Tochter ist 20 Monate alt. Ihr liebstes Spielzeug sind Bauklötze aller Art, vor allem Lego, Holzbausteine und Dosen. Jeden Abend bauen wir damit. Wir setzen Steine aufeinander, nebeneinander und ineinander.

Was dabei heraus kommt, wissen wir vorher nie. Manchmal bauen wir eine Brücke, beim nächsten mal eine Treppe, manchmal wird auch eine Garage daraus. Wir bauen Tische, Zäune, Häuser, Tunnel und Türme. Manchmal kippen die Steine auch um, dann fangen wir wieder von vorne an.

Und jedesmal beginnen wir mit einem Haufen, der nichts weiter ist als ein Chaos aus blauen, grünen und gelben Steinen, aus großen und kleinen, runden und eckigen Elementen; ein Haufen, aus dem alles werden könnte.

Wir entwickeln keine ausführlichen Pläne. Wir denken auch nicht alle Möglichkeiten vorher durch oder fertigen Entwürfe an. Nein, wir fangen einfach an. Wir verlassen uns auf unsere Kreativität, die uns Formen erkennen lässt und die richtigen Wege zeigt.

Wer zuviel plant, alle Eventualitäten durchdenken möchte, sich sicher sein möchte, dass am Ende auch alles so passt, wie er es geplant hat, der läuft Gefahr, so lange zu planen, dass er gar nicht zum Bauen kommt; den erschlägt die schiere Zahl der Möglichkeiten und der hat Angst vorm Scheitern.

Der Haufen Steine ist unsere Mystery Box. Wir können alles daraus bauen. Wir fangen einfach an. Und sind jedesmal stolz darauf, was am Ende herauskommt. Was das sein wird, wissen wir vorher nie.
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Wenn nichts mehr geht...

Einfach mal raus! - Glückliche Familie im Freien
Wer kreativ arbeitet, muss ständig neue Ideen entwickeln. Dazu gehört Inspiration und eine Menge harter Arbeit. Und wenn man am Ende mit einem rundum gelungenen Produkt Erfolg hat, ist das einfach ein gutes Gefühl. Kreativität macht Spaß, wenn die Ideen sprudeln.

Was aber, wenn einfach keine Ideen kommen? Wenn selbst die ausgefeiltesten Kreativitätstechniken nichts mehr bewirken? Lesen Sie mehr...
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Das Geheimnis einer kleinen Box

J. J. Abrams präsentiert bei TED
J. J. Abrams ist Produzent, Drehbuchautor, Regisseur, Komponist, Visual-Effects-Designer und einiges mehr. Er ist u.a. der Schöpfer der TV-Serien Lost und Alias, hat bei Mission Impossible 3 Regie geführt, und produziert den neuen Star-Trek-Film. Er gewann für seine TV-Projekte mehrere Emmies (die Oscars fürs Fernsehen) und viele weitere Preise. Und er hat vor etwa 30 Jahren eine Box gekauft, die sein Leben prägte, Tannen's Magic Mystery Box. Dabei hat er sie bis heute nicht geöffnet. Lesen Sie mehr...
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18 Minuten für die großartigsten Ideen dieser Welt

TED - Ideas worth spreading
Die besten Ideen dieser Welt verbreiten! Das ist die Idee von TED. TED ist eine bemerkenswerte Konferenz, die jedes Jahr im Frühling 50 herausragende Persönlichkeiten einlädt, um den "Vortrag Ihres Lebens" zu halten und ihre großartigsten Ideen zu präsentieren. Sie haben dafür 18 Minuten Zeit, 18 Minuten für die großartigsten Ideen dieser Welt. Lesen Sie mehr...
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7 Jahre "Really Bad PowerPoint"

Pasted Graphic 1
Seth Godin ist einer der gefragtesten Marketing-Gurus weltweit. Er ist Autor mehrerer Welt-Bestseller (u.a. All Marketers Are Liars und das kürzlich erschienene Meatball Sundae), in denen er über die durch das Internet veränderte Marketingwelt schreibt. Seine Thesen dazu sind sicher lesenswert, aber nicht der Grund dieses Artikels.

Seth Godin ist nämlich außerdem ein außergewöhnlicher Redner, den man getrost als Pionier einer modernen Art von Präsentationen ansehen kann, die sehr stark auf Emotionen und Bilder setzt. Schon 2001 schrieb er das Essay "Really Bad Powerpoint", in dem er die damals übliche Art, (PowerPoint-)Präsentationen zu halten, heftig kritisiert und einen radikal anderen Ansatz vorschlägt. Das Traurige daran: Noch heute, also 7 Jahre später, ist dieses Essay hochaktuell und für viele Präsentationen gilt seine Kritik unverändert. Lesen Sie mehr...
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Das Periodensystem der Visualisierungsmethoden

Diagramme zur Visualisierung von Geschäftszahlen in einem Business Report
Als Vortragender steht man häufig vor der Aufgabe, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären, ohne dabei die Zuhörer mit zu vielen Details zu belasten. Der Einsatz von Diagrammen liegt da natürlich auf der Hand, denn durch eine grafische Veranschaulichung lassen sich Zusammenhänge oft schneller und übersichtlicher darstellen als durch lange Ausführungen ("Ein Bild sagt mehr als tausend Worte."). Häufig begegnet man z.B. Liniendiagrammen, um Trends wiederzugeben, Organigrammen zur Darstellung einer Unternehmensstruktur oder Flussdiagrammen zur Visualisierung von Prozessabläufen usw.

Leider ist es es aber nicht immer so einfach, die richtige Visualisierung für ein Problem zu finden. Zu vielfältig ist die Zahl der Diagrammtypen und zu speziell sind manche Aufgaben, als dass man jederzeit die passende Kombination auf Anhieb finden würde. Das schweizerische Projekt Visual-Literacy.org hat deshalb das Periodensystem der Virtualisierungsmethoden entwickelt, das ein wenig Orientierung in diesem Dschungel bieten soll. Lesen Sie mehr...
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Entschuldigen Sie meine Unsicherheit

Entschuldigung - Frau entschuldigt sich für ihre Unsicherheit

"Entschuldigen Sie das etwas wirre Layout, aber ich bin leider kein Profi in PowerPoint." Diese und ähnliche Rechtfertigungen hört man immer wieder von Vortragenden, die sich nicht so richtig wohl fühlen in ihrer Rolle vor Publikum, oder die das Gefühl haben, ihre Präsentation sei nicht so gut gelungen, wie sie es sich gewünscht hätten.

Überhaupt wird sich viel entschuldigt in Präsentationen:

  • weil die Technik nicht so funktioniert wie erwartet.
  • weil man vergessen hat, etwas zu erwähnen.
  • weil man nervös ist.
  • ...
Sind aber Entschuldigungen an diesen Stellen überhaupt angebracht? Oft genug werden die Zuhörer den Grund einer Entschuldigung gar nicht bemerken, solange sie nicht darauf gestoßen werden. Woher sollten sie denn auch wissen, was alles nicht gesagt wurde. Und wer kennt Sie als Vortragenden schon so gut, dass er Ihre Nervosität bemerken würde? Lesen Sie mehr...
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In sechs Wörtern zum Punkt kommen

Wurm, der sich zu einer
Haben Sie manchmal das Gefühl, mit Ihrer Präsentation nicht so recht auf den Punkt zu kommen? Und haben Sie gelegentlich den Eindruck, dass deswegen ihre Botschaft nicht so recht bei Ihren Zuhörern ankommt? Vielleicht liegt das dann daran, dass Sie selbst Ihre Botschaft noch gar nicht so klar auf den Punkt gebracht haben, um sie auch anderen glasklar präsentieren können?

Eine sehr aufregende und enorm hilfreiche Übung, um das in Zukunft zu verbessern, finden Sie im neuesten Artikel des amerikanischen Blogs "Professionally Speaking". Der Autor, Ian Griffin, schlägt dort vor:

Wenn Sie das nächste Mal eine Präsentation vorbereiten, dann sollten Sie versuchen, ihre Kernaussage in sechs Wörtern oder weniger zu formulieren.

Was auf den ersten Blick extrem und fast unmöglich klingt, ist auf den zweiten Blick eine effektive Übung, die auch noch Spaß macht. Unwichtig werden auf einmal die vielen kleinen Details, von denen man noch eben dachte, dass sie unbedingt auch noch "mit auf die Folie" müssen. Ich empfehle Ihnen dabei, solange an Ihrer Kernaussage zu feilen, bis sie damit wirklich zufrieden sind. Vielleicht ergibt sich so auch gleich noch ein viel pfiffigerer Titel für die Präsentation als der bisherige.

Die Idee ist übrigens inspiriert von einer Anekdote über Ernest Hemingway, der einst mit Kollegen um 10$ wettete, eine vollständige Geschichte in nur sechs Wörtern zu schreiben. Er gewann die Wette mit dieser Geschichte: "For sale: Baby shoes, Never worn." (in deutsch sind das übrigens nur vier Wörter: "Zu verkaufen: Babyschuhe, ungetragen")

Versuchen Sie es doch auch einmal: In sechs Wörtern zum Punkt kommen.

[Foto: pshutterbug, flickr]
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Sprechen Sie flüssig oder, äh, verständlich?

Als Redner versucht man, möglichst flüssig zu sprechen und Füllwörter wie "äh" weitestgehend zu vermeiden. Diese werden oft als störend für den Zuhörer empfunden und deuten auf Unsicherheiten beim Redner hin.

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen legen jedoch einen etwas unverkrampfteren Umgang mit dieser sog. "Disfluenz" nahe. Jennifer Arnold von der University of North Carolina hat mit ihren Kollegen den Einfluss des Verlegenheitswortes "äh" auf das Textverständnis der Zuhörer untersucht.

Demnach kann das Wort "äh" sogar das Textverständnis der Zuhörer verbessern. Die Testpersonen konnten sich nämlich nach einem "äh" viel eher auf etwas Neues bzw. Schwieriges konzentrieren. Die kleine Pause vor dem folgenden Wort, die die scheinbare Schwierigkeit signalisiert, die der Redner mit dem folgenden Wort hat, ermöglicht den Zuhörern offenbar ein besseres Textverständnis. Neues bzw. Schwieriges wird also anscheinend leichter verarbeitet, wenn ein "äh" vorausgeht. Martin Corley von der University of Edinburgh hat sogar ergänzend festgestellt, dass sich die Zuhörer Wörter besser merken, wenn sie auf ein "äh" folgen.

Heißt das nun, dass ein souveräner Redner das Wort "äh" absichtlich verwenden sollte, um das Textverständnis der Zuhörer zu verbessern? So weit sollte man vielleicht nicht gehen. Aber man sollte sich auch nicht über jedes "äh" ärgern. Erst wenn man übermäßig oft "äh" sagt, sollte man versuchen, an sich zu arbeiten (etwa indem man verstärkt übt oder bewusst langsam spricht).

Im übrigen sollten Sie vielleicht einmal an sich selbst beobachten, z.B. durch eine Videoaufzeichnung, wann Sie eigentlich "äh" sagen. Vielleicht erhalten Sie so Hinweise darauf, mit welchen Wörtern oder Argumentationen Sie selbst Schwierigkeiten haben. Dann könnten Sie gezielt versuchen, diese Teile ihrer Präsentation noch klarer auszuarbeiten.

[vgl. Äh und Ähm betonen Sprache und schaden ihr nicht]
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