Über diesen Blog
PowerPoint-Präsentationen sind allgegenwärtig, überzeugende Präsentationen leider nicht. Dieser Blog gibt Tipps zum Bessermachen.
Über den Autor
Dr. Michael Gerharz ist Coach und Trainer für überzeugende Präsentationen. Seine Homepage finden Sie unter michaelgerharz.com.
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TED Top 10

Jedes Jahr lädt die TED-Konferenz herausragende Persönlichkeiten ein, den Vortrag ihres Lebens zu halten. Ich habe schon öfter darüber berichtet. Man kann es nur als Glücksfall bezeichnen, dass die Organisatoren seit zwei Jahren viele der Vorträge als Video online verfügbar machen, und zwar unter einer sehr großzügigen Creative-Commons-Lizenz.

Letzte Woche haben die Veranstalter verkündet, dass seit Beginn dieses Angebots über 50 Millionen Videos angesehen wurden. Dieses Jubiläum nahmen sie zum Anlass, die Liste der zehn meistgesehenen Videos zu veröffentlichen. Die Top 3 sind:
  1. Jill Bolte Taylor – My stroke of insight
  2. Jeff Han – Touchscreen demo
  3. David Gallo – Underwater astonishments
In diesem Video sind die Highlights der Top 10 zusammengefasst:


Nachdem ich das erstplatzierte Video von Jill Bolte Taylor bereits hier vorgestellt habe, möchte ich Sie stattdessen noch einmal auf einen weiteren meiner Favoriten hinweisen, die großartige Präsentation des schwedischen Professors Hans Rosling, die auf Platz 7 in der Liste steht. Ich wette, Sie haben noch nie zuvor Statistiken so aufregend präsentiert gesehen (außer Sie kennen das Video schon). Im Stil eines Sport-Reporters führt Rosling sein Publikum durch die Entwicklung der weltweiten Gesundheitstatistiken. Absolut atemberaubend:


Links zu dem Thema:
Homepage von TED
TEDBlog, indem auch alle neu eingestellten Videos angekündigt werden

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Ich mache es nicht

Eine Hochzeitstorte dekoriert mit zwei Schwänen
Vergangenen Samstag war ich auf einer Hochzeit eingeladen. Irgendwann nahm eine Freundin der Braut das Mikrofon in die Hand. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, dem Brautpaar ein Lied zu singen, obwohl sie so etwas noch nie getan hatte und keinerlei Gesangserfahrung hat. Sie war so nervös, dass sie uns folgende Geschichte erzählte:

„Ich tue jetzt etwas, was ich noch nie getan habe. Als ich vor einigen Wochen meinen Eltern davon erzählte, wollten die mich gleich für ihr Jubiläum engagieren. Da sagte ich mir: Nein, das mache ich nicht; die erwarten viel zu viel von mir. Als der Kirchenchor dann am Nachmitag ausgerechnet mein Lied anstimmte, sagte ich mir: Nein, das mache ich nicht; da kann ich eh nicht mithalten. Als heute abend das Essen serviert wurde, sagte ich mir: Nein, das mache ich nicht; ich blamier’ mich doch bloß und die anderen finden’s peinlich. Vor einer Minute dachte ich mir: Nein, das mache ich nicht.“

Dann begann sie zu singen und es war toll, mit ihrem Geschenk traf sie genau ins Schwarze.

Wenn Sie schon einmal ein Präsentationsseminar besucht haben, haben Sie mit großer Wahrscheinlichkeit den Ratschlag gehört, sich nicht zu entschuldigen. Eine Entschuldigung mache das Publikum möglicherweise erst auf Fehler aufmerksam, die es selbst gar nicht bemerken würde und lasse sie selbst unprofessionell wirken. Etwas ganz ähnliches habe auch ich schon einmal hier geschrieben.

Aber: wichtiger als jede Regel ist, dass Sie als Person authentisch sind. Mit ihrer Geschichte hat die Freundin alles richtig gemacht. Sie hat eine Verbindung zum Publikum aufgebaut, sie war authentisch und jeder fühlte mit ihr. Regeln sind wichtig, aber urteilen Sie immer nach Ihrem Gefühl. Wenn es zu Ihnen passt, dann ist alles erlaubt.
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Keine Entschuldigung mehr für schlechte Folien

Garr Reynolds' exzellentes Buch Presentation Zen gibt es jetzt auch auf Deutsch. Eine Pflichtlektüre für jeden, der ernsthaft Folien gestalten möchte.
Buchcover

Presentation Zen ist mehr als nur ein Ratgeber über professionelles Foliendesign. Das Buch basiert auf Reynolds' Präsentations-Philosophie, die deutlich von Zen-Einflüssen geprägt ist. Die Zen-Philosophie handelt von Reinheit und von Eleganz, die sichtbar werden, wenn etwas auf das Wesentliche reduziert wird. Diese Reinheit meint Reynolds, wenn er oft von "Simplicity" spricht, von Betonung durch Reduktion. Dabei geht es nicht darum, Inhalte zu banalisieren, sondern sie auf den Punkt zu bringen und dadurch in Ihrer Reinheit erstrahlen zu lassen. Bei Reynolds klingt das so:

Design bedeutet, auf Überflüssiges zu verzichten und das Bedeutungsvolle hinzuzufügen.

Wie man das schafft und am Ende kraftvolle (und schön anzuschauende) Folien erhält, lehrt dieses Buch. Es zeigt viele, viele Beispiele ausgezeichneten Foliendesigns und erklärt für jeden Laien verständlich die grundlegenden Tricks professioneller Designer. Einen großen Stellenwert nehmen auch die zahlreichen Tipps abseits der eigentlichen Arbeit an den Folien ein. Zu seinen wichtigsten Botschaften gehört, eine Präsentation zunächst analog vorzubereiten, also mit Stift und Papier, bevor die Arbeit am Rechner beginnt.

Ein absolut empfehlenswertes Buch, das seit seinem Erscheinen Anfang des Jahres blitzartig zum weltweiten Standardwerk über Foliendesign geworden ist. Das Buch ist die Quintessenz aus Garr Reynolds' gleichnamigem Blog.

Links zu dem Buch:
ZEN oder die Kunst der Präsentation bei Amazon
Das englische Original Presentation Zen bei Amazon
Eine kostenlose Leseprobe
Garr Reynolds’ Blog Presentation Zen
Präsentation von Garr Reynolds bei Google

[Amazon-PartnerLinks]
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Zwei Perlen aus dem amerikanischen Präsidenschaftswahlkampf

Dass der amerikanische Wahlkamp vor allem auch Show und Entertainment ist, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Ein wahres Feuerwerk brennt Rick Davis, der Chef-Wahlkämpfer von John McCain, in einer Präsentation über McCains Wahlkampfstrategie ab. Ich habe sie nicht gezählt, aber Davis gehen bis zum Schluss die Animationseffekte nicht aus. Da öffnen sich Türen, fliegen Kometen über den Bildschirm, es explodieren Folien, funkeln Sterne und vieles mehr. Dass die Präsentationssoftware (Keynote) all das beherrscht, heißt aber noch lange nicht, dass man alles auch in einer Präsentation unterbringen muss. Erstaunlich, dass man vor lauter Effekten überhaupt noch etwas von der Präsentation mitbekommt:

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Pasted Graphic 2Pasted Graphic 3

Das andere Extrem zeigt uns David Plouffe, Chef-Wahlkämpfer von Barack Obama in seiner Kampagnenpräsentation für die Vorwahlkämpfe; klassische Death-by-PowerPoint-Folien mit überfüllten Textfolien, unübersichtlichen Diagrammen und einem viel zu aufdringlichen Folienhintergrund. Unklar bleibt, wie Plouffe es geschafft hat, seine offenbar erfolgreiche Botschaft dennoch in die Köpfe seiner Helfer zu bekommen.

Pasted Graphic 14Pasted Graphic 17

Ich bin gespannt, wann hierzulande die ersten Kanzlerkandidaten ihre PowerPoint-Präsentationen auspacken.

[gefunden im Extreme Presentation Blog]

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Tabellen in Präsentationen

Akkulaufzeiten des iPhones
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und ein Diagramm sagt mehr als tausend Zahlen. Eine gängige Empfehlung lautet daher, Tabellen in Präsentationen zu vermeiden und den Inhalt durch Diagramme zu veranschaulichen. Hätte Apple bei der Vorstellung des iPhone 3G für diese Folie, die die Akkulaufzeiten auflistet, also lieber ein Balkendiagramm verwenden sollen, damit die Zuhörer nicht mühsam die ganze Tabelle lesen müssen und einen direkten Vergleich der Werte erhalten? Lesen Sie mehr...
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Was wäre Apple ohne Steve Jobs?

Steve Jobs präsentiert auf der WWDC 2008
Vergangene Woche war wieder Apple-Showtime. Wie kaum eine zweite Firma versteht es Apple, Produktpräsentationen zu inszenieren und einen regelrechten Hype um neue Produkte zu erzeugen. Maßgeblichen Anteil daran haben die berühmten Keynotes von Apple-Chef Steve Jobs. Wie jedes Jahr im Juni fand auch dieses Jahr wieder in San Francisco Apples Entwickler-Konferenz WWDC statt.

Die diesjährige Keynote ist hervorragend geeignet, um einige der Konzepte aus Nick Morgans Buch Give Your Speech, Change the World, noch einmal aufzugreifen. Von Interesse ist für uns dabei vor allem der erste Teil der diesjährigen Keynote, der dieses Jahr nämlich nicht von Steve Jobs, sondern von Scott Forstall, verantwortlich für die iPhone-Software, gehalten wurde. Welch Unterschied stellte dieser Auftritt zu den charismatischen Auftritten Steve Jobs’ dar. Ein direkter Vergleich offenbart einige der grundlegenden Regeln für publikumsorientierte Präsentationen. Lesen Sie mehr...
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